Ultras FavAC
Wir schreiben den 11. Oktober 2001: der FAVAC gastiert in der Oberliga A beim SC Gaswerk (heute Team Wiener Linien) und vier junge Leute präsentierten ein Transparent sowie zwei Fahnen. Darauf stand ULTRAS FAVAC. Die Wiedergeburt der italophilen Idee beim Favoritner AC hat begonnen.
In der 5. Liga ging es los und schon in der ersten Saison konnte man den Aufstieg bejubeln, wobei der Spassfaktor bei weitem im Vordergrund stand. Egal ob in Schwechat oder am Post SV Platz, überall waren mindestens ein halbes Dutzend fanatischer Jugendlicher mit ihren Fahnen, ihrem Transparent und einigen Bengalfacklen oder Rauchtöpfen anwesend und schockten das eher gemütlich-bequeme Publikum mit ihren Dauergesängen.
Kultige Aktionen wie der Sechsmanncorteo in der Waidhausenstrasse beim letzten Spiel gegen Wolfersberg oder die Pyroshow am Postplatz waren nur einige der Verrücktheiten die die neue Gruppe auszeichnete.
Schon bald waren die ersten Fanartikel erhältlich und man machte sich auch auf, alle Vorbereitungsspiele und sonstigen Blödheiten zu unterstützen, so gab es einmal einen Tag wo man ausprobierte, wieviele Spiele man an einem einzigen Tag hinereinander in voller Länge angucken konnte – man kam auf sechs Spiele in Folge (drei vom FAVAC: Kampfmannschaft, U 17 und U 19, Partizan Wien, Maccabi Wien und die Vienna auswärts gegen Mödling).
Mit solchen Aktionen konnte man weitere Jugendliche, die nichts mit den „grossen“ Mannschaften am Hut hatten, gewinnen und zu Beginn des Jahres 2005 erreichte man mit 35 aktiven Supportern einen ersten Höhepunkt. Zu dieser Zeit tauchten auch die Ultras Stadlau erstmals auf – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, bei der der gemeinsame Gedanke die unterschiedlichen Farben bei weitem überwog.
Aber auch ins Ausland streckte man seine Fühler, Einladungen nach Ungarn waren die Folge, die Freundschaft zur Fangemeinde des FC Soprons ist bis heute noch intakt. Mit dem Erscheinen einiger älterer Fans begann 2007 auch eine Freundschaft mit den Jungs von Loko Sofia, was ja gerade in unserer Liga eher ungewöhnlich ist.
Wie auch immer, man hatte seine Freunde und guten Kontakte, dazu muss man natürlich auch Leoben und Wiener Neustadt zählen – ein herzlicher Gruss an dieser Stelle an die Jungs von der Green Elite und den Ultras Wiener Neustadt (der zweitältesten noch aktiven Gruppe mit dem Namen Ultras) und wir hoffen, daß wir – trotz aller Widrigkeiten die noch kommen mögen – auch weiterhin unseren Verein unterstützen können. ULTRAS LIBERI !
FEDAYN FavAC
Im Jahr 1993 gab es dann eine Zäsur in der bis dahin eher englisch-deutscch orientierten Szene des FAVAC. Einige junge, von der italienischen Fanszene begeisterte Fans versuchten der alteingesessenen Szene neues Leben einzuhauchen. Ihre Vorbilder waren die Fans des AS Roma oder des SSC Napoli und da sie ihren Fanclub nicht den schon bestehenden Namen Ultras verpassen wollten, wählten sie FEDAYN, gleich den berühmten FEDAYN Roma.
Damals wie heute ist die Farbe Gelb ein Bestandteil der Transparente, so zeigt man noch heute die Verbundenheit zur Fanszene des AS Roma. Bis zum Crash des FAVAC 1997 folgte man seinen Spielern überall hin, gemäss dem Spruch OVUNQUE PRESENTI (überall dabei). In der Folgezeit war man zwar anwesend aber inaktiv, vorbei waren die Zeiten der Fahnen, Trommeln und bengalischen Feuern, die damals eine absolute Ausnahme auf Österreichs Fussballplätzen waren.
Erst 2001/2002 erfuhr der Fanclub eine Wiederauferstehung, heute ist er der historische Fanclub der ultraorientierten Jugend des FAVAC.
Rote Teufel FAVAC
Die Annalen der Altvorderen berichten, dass sich schon im Jahr 1980 eine Gruppe Fussballfans, die ihrem Verein überallhin folgten zu einer Gruppe zusammenschlossen und ihr den Namen ROTE TEUFEL gaben, inspiriert von den RED DEVILS von Manchester United oder den ROTEN TEUFELN vom Betzenberg. Oder auch von einem der vielen südamerikanischen Vereine – Dos Brasil – erschallt es noch heute manchmal.
Bunt war der Stil der TEUFEL, genial ihre Transparente. Eines ihrer Transparente erlangte dabei Kultstatus SCHIEDSRICHTER MIT UNS UND WIR GEGEN ALLE – FANCLUB ROTER OKTOBER, so die Schrift auf diesem riesigen Transparent welches in Anlehnung an ein ähnlich lautendes Spruchband im Hanappistadion fabriziert wurde, die Farbe Rot war obligat, der Fanclub wurde kurzerhand Oktober genannt, da die Idee dazu schlichtweg in diesem Monat erfolgte.
Dass es bis heute zu Verwirrungen und Missverständnissen führt ist teilweise beabsichtigt, teilweise nicht so geplant gewesen. Es repräsentiert aber bis heute die Philosophie des FAVAC-Anhangs aus dem Zehnten Hieb. Die „Ziaglbehm“ waren damals wie heute eine ganz eigene Sorte Mensch.
Und das merkt man noch heute, wenn Sechzigjährige ihre Stimme für den Verein erheben. Und das machen sie noch heute. Daneben haben sie immer wieder ehrenamtlich für den Verein gearbeitet und sind sogar in der Vereinsführung zu finden gewesen. Schwarz-Rot bis in den Tod.












